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Apulien

Zu den berühmtesten Wahrzeichen Apuliens gehört das achteckige Castel del Monte Friedrichs II. Doch bietet Apulien noch weit mehr: die Kathedrale San Nicola von Trani, einen weißen romanischen Dom, der gleich neben dem blauen Meer in den Himmel ragt, die Altstadt von Lecce, ein barockes Gesamtkunstwerk, Ostuni, eine weiße Stadt auf drei Hügeln, die aus einem orientalischen Märchen entsprungen scheint, die 1000 Jahre alten Höhlenkirchen von Gravina mit byzantinischen Fresken oder Ótranto, die östlichste Stadt Italiens mit dem riesigen mittelalterlichen Mosaikboden des Priesters Pantaleone.

Im Landesinneren Apuliens liegen fruchtbare grüne Ebenen, die sich mit karstigen Landschaften abwechseln. Nirgendwo findet man so alte Olivenbäume wie hier, und nirgendwo so viele: Knapp 30 % aller Olivenhaine Italiens liegen in Apulien. Die uralten Bäume werden teilweise mit Steinpfeilern gestützt. Olivenöl aus Apulien gehört zu dem Besten überhaupt.

Apuliens Küsten werden vom ionischen und vom adriatischen Meer umspült und sind mit 800 Kilometern die längsten Italiens. Dank 300 Sonnentagen pro Jahr genießen sie auch mit die längste Badesaison. Langeweile kommt an diesen Küsten nicht auf: Bizarre Felsformationen und Grotten wechseln mit kleinen Buchten und langen Sandstränden ab. Und weil Apulien vom Tourismus noch nicht gar so sehr erobert wurde, findet man hier auch noch Ursprünglichkeit, ja, sogar Einsamkeit.

Fisch ist dominant in Apuliens Küche, dazu frisches Gemüse und wenn Fleisch, dann in erster Linie Lamm. Da hervorragender Hartweizen in Apulien gedeiht, gibt es daraus hergestellte Spezialitäten wie die frisch zubereiteten Orecchiette-Nudeln. Hartweizenbrot zählt zu den Spezialitäten, aber auch Brot in ungewöhnlicher Kringelform, das zweimal gebacken wird und oft Fenchel oder Weißwein enthält. Begleitet wird das Brot von Mozzarellaspezialitäten wie Burrate, die mit Butterrahm gefüllt ist. Zum Dessert gibt es unglaublich süße Nachspeisen, was wohl auf orientalische Einflüsse zurückzuführen ist, und wunderbar frisches Obst. Und jede Mahlzeit wird mit hervorragendem lokalem Wein abgerundet. Apulien gilt als eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Italiens, das überwiegend gehaltvolle Rotweine aus Primitivo-, Negroamaro- und Sangiovesetrauben produziert.

Doch was wäre Apulien ohne seine Trulli? Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es diese charakteristischen Bauten. Die meisten findet man im zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden Alberobello im Valle d´Itria, das ganze Tal ist angefüllt mit Zwergenhäuschen. Die Trulli gehören zu Apulien wie der Eifelturm zu Paris.

Trulli sind rund gebaut und laufen spitz wie eine Zipfelmütze zu. Sie sind weiß, ihr Dach ist dunkel. Die eigenwillige Bauweise kommt vermutlich ursprünglich aus dem Orient. An einen Haupttrullo schmiegt sich eine unterschiedliche Zahl von Nebentrulli, je nach Bedarf kann so das Haus beliebig erweitert werden. Die Zugänge der einzelnen Häuschen liegen dabei meist nur außen. In der Mitte eines Trullo liegt die Feuerstelle, in kleinen Alkoven befinden sich die Schlafplätze. Erbaut ist der Trullo aus zwei Schichten von Steinen, deren mittlerer Hohlraum mit Erde oder Stroh aufgefüllt ist. Mörtel findet keine Verwendung, daher sind die Häuschen recht reparaturanfällig. Um Wasserschäden gering zu halten, wird das Wasser an den Dächern in schmalen Kanälen aufgefangen, was den Vorteil hat, dass man es gleichzeitig in Zisternen als Wasservorrat sammeln kann. Die Mauern sind bis zu zwei Meter dick und erst in neuer Zeit gibt es Fenster. Auf den runden Steindächern werden seit Generationen mysteriöse Zeichen angebracht, deren Ursprung und Bedeutung allerdings niemand mehr kennt. Der Bau von Trulli ist eine handwerkliche Tradition, deren Ausführung bis heute nur wenigen Spezialisten, den Trullari, vorbehalten ist. Ein gut gebauter Trullo ist im Winter angenehm warm, im Sommer hingegen erfrischend kühl.

Um Ihnen einen optischen Eindruck zu vermitteln, haben wir einige unserer schönsten Bilder für Sie im Fotoalbum zusammengestellt.

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