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Eisenherren der Toskana: Die Etrusker

Vor dreitausend Jahren erhob sich mitten in Italien scheinbar aus dem Nichts eine blühende Hochkultur. Ein lebensfrohes Volk begann, prächtige Städte zu erbauen, blühenden Handel zu treiben und sich mehr und mehr über das Land zu verbreiten. Woher die Etrusker kamen, ist sagenumwoben und die heutige Forschung vermag darauf noch immer keine abschließende Antwort zu geben. Dionysos von Halicarnassos vermutete vor 2000 Jahren, sie seien ein Volk aus Italien. Herodot dagegen nahm an, dass die Etrusker ursprünglich aus Lydien in Kleinasien gekommen seien und das eine Hungersnot sie zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen habe. Der Legende nach hieß der König der Lyder, der sie aus Kleinasien in die Fremde führte, Tyrrhenos, und so bezeichneten die Griechen die Etrusker auch als Tyrrhener. Noch heute trägt das Meer, über das die Etrusker herrschen sollten, diesen Namen.

Neuere Ausgrabungen brachten auf der nordägäischen Insel Lemnos die Reste einer Stadt hervor, die während des gesamten dritten Jahrtausends v. Chr. bewohnt war und als früheste europäische Stadt gilt. Sie gehörte wie Troja dem bronzezeitlichen ägäischen Kulturkreis an und wurde nach einer Naturkatastrophe um 2000 v. Chr. aufgegeben. Das aus Kleinasien stammende Lemnisch war die Sprache ihrer Bewohner, und dieses Lemnisch ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Etruskischen. Beide Sprachen kennen nur vier Vokale, beide kennen weder b, d noch g und stimmen in den Variationen der übrigen Konsonanten weitgehend überein. Daher vermutet man den Ursprung der Etrusker auf Lemnos.

In Italien angekommen vermischte sich das als friedliebend geltende Volk der Etrusker mit den einheimischen Italern. Seit dem 10. vorchristlichen Jahrhundert finden sich klare archäologische Spuren im Kernland der Etrusker zwischen Florenz und Rom. Ihre aufstrebende Macht verdankten die Ertusker ihrer frühen Fähigkeit zur Verarbeitung von Eisen. Elba war ihr Zentrum des Erzabbaus und noch heute sieht man dessen Spuren am Strand von Baratti unweit von Piombino in Form riesiger Schlackehalden. Sie verbreiteten ihre überlegene Kunst der Metallverarbeitung in Mittelitalien. Auch ihre Goldschmiedekunst zeugt von größtem feinmechanischem Können in der Metallverarbeitung.

Sie begannen, eine Seeflotte aufzubauen und regen Handel zu treiben. Auch als Seeräuber waren sie gefürchtet. Wie die Hanse im Mittelalter richteten die Etrusker Handelskontore ein. Allein 6 Städte des sagenhaften Zwölfstädtebundes lagen auf dem Gebiet der Toskana, u.a. Pisa, Florenz, Volterra und Arezzo. Sie handelten bis nach Ägypten, nach Spanien und sogar bis an die Ostsee. Fundstücke beweisen den Handel nach Polen und in die Ukraine. Über den Gardasee drangen die Etrusker durch das Trentinerland nach Südtirol vor und über die Rhone in unsere Gebiete. An der bayrisch-österreichischen Grenze finden sich etruskische Inschriften. Ihr mitgebrachtes Wissen und ihre Kultur „etruskisierten“ die Nordländer einschließlich der Kelten.

Im 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. entstand die sogenannte Villannova-Kultur mit ihren markanten Friedhöfen. Denn ab dieser Zeit wurden die Leichen nicht mehr wie zuvor verbrannt sondern in immer kunstvoller gestalteten Grabstätten bestattet. Der Tod war für die Etrusker kein Grund zur Trauer sondern viel mehr eine freudige Fortsetzung des Lebens. So schmückten sie die Gräber und verzierten die Sarkophage, in denen sie die Toten bestatteten, mit kunstvollen Reliefs, die lukullische und freundliche Szenen aus dem Leben der Verstorbenen zeigten. Mehr als 150 Gräber reicher Familien sind der Toskana und in Latium erhalten.

Die Etrusker bildeten eine neue Mythologie und Religion. Huldigten sie ursprünglich der matriarchalischen Magna-Mater-Religion, so nahmen sie nach und nach neue Gottheiten an. Ihre Hauptgötter waren Vertunna und Tim, Sonne und Mond. Auch griechische Götter wurden übernommen und erhielten etruskische Namen. Von den Etruskern, die auch die Tinte schon kannten, sind etwa 7500 Texte in ihrer Sprache erhalten, Grabinschriften, Ritualtexte, Widmungen, Bauinschriften und Opfergelübde. Die 20 Bände umfassende Tyrenica, eine Geschichte des etruskischen Volkes, wurde beim Brand der Bibliothek von Alexandria zerstört.

Die Baukunst der Etrusker blieb beispielhaft für alle Volksgruppen, einschließlich der Römer. Das 24 km südlich von Bologna gelegene Marzabotto ist ein typisches Beispiel für etruskischen Städtebau. Dachfragmente zeigen Ziegelkonstruktionen und Firstverzierungen. Das schachbrettartige Straßennetz der Stadt findet sich als Vorbild bei den italienischen Architekten der Renaissance wieder. Die gepflasterten Straßen sind 15 m breit, sie haben Fußgängerstreifen und Abflussrinnen. Die Akropolis verfügte über eine eigene Wasserkläranlage.

Die Etrusker kultivierten ihr Land und bauten Obst, Hülsenfrüchte und Getreide an. Ihre Küche basierte auf Zweikorn und die daraus hergestellte Suppe war in allen sozialen Klassen sehr verbreitet. Sie aßen Linsen, Kichererbsen und Saubohnen, Gemüse und Obst, die in der richtigen Jahreszeit getrocknet wurden und bis nach Gallien exportiert wurden. Fisch war zwar vorhanden, doch nicht verbreitet auf etruskischen Tafeln. Rind-, Schaf-, Schweinefleisch und Wildbret war den wohlhabenderen Klassen vorbehalten. Sehr verbreitet waren Milchprodukte, da die Schaf-, Ziegen- und Rinderzucht sehr intensiv war. Ab dem 7. Jh. v. Chr. wurde auch Olivenöl hergestellt. Es wurde hauptsächlich für Salben und Parfums verwendet, doch bereitete man auch Speisen damit zu. Wein war das Hauptgetränk der Etrusker. Er war im Laufe des 8. Jh. v. Chr. aus Griechenland gekommen. Der etruskische Wein konnte nicht rein getrunken werden, weil er sehr stark war. Daher musste er mit reichlich Wasser vermischt werden. Bei Musik und Tanz feierten die Etrusker üppige Tafelfeste, bei denen im Gegensatz zu anderen Völkern (z.B. den Griechen) auch Frauen zugelassen waren. Die Teilnahme an Symposien und Banketten verschaffte den etruskischen Damen einen gewissen schlechten Leumund, vor allem den Ruf, starke und maßlose Weintrinkerinnen zu sein.

Die Etrusker kultivierten ihr Land und bauten Obst, Hülsenfrüchte und Getreide an. Ihre Küche basierte auf Zweikorn und die daraus hergestellte Suppe war in allen sozialen Klassen sehr verbreitet. Sie aßen Linsen, Kichererbsen und Saubohnen, Gemüse und Obst, die in der richtigen Jahreszeit getrocknet wurden und bis nach Gallien exportiert wurden. Fisch war zwar vorhanden, doch nicht verbreitet auf etruskischen Tafeln. Rind-, Schaf-, Schweinefleisch und Wildbret war den wohlhabenderen Klassen vorbehalten. Sehr verbreitet waren Milchprodukte, da die Schaf-, Ziegen- und Rinderzucht sehr intensiv war. Ab dem 7. Jh. v. Chr. wurde auch Olivenöl hergestellt. Es wurde hauptsächlich für Salben und Parfums verwendet, doch bereitete man auch Speisen damit zu. Wein war das Hauptgetränk der Etrusker. Er war im Laufe des 8. Jh. v. Chr. aus Griechenland gekommen. Der etruskische Wein konnte nicht rein getrunken werden, weil er sehr stark war. Daher musste er mit reichlich Wasser vermischt werden. Bei Musik und Tanz feierten die Etrusker üppige Tafelfeste, bei denen im Gegensatz zu anderen Völkern (z.B. den Griechen) auch Frauen zugelassen waren. Die Teilnahme an Symposien und Banketten verschaffte den etruskischen Damen einen gewissen schlechten Leumund, vor allem den Ruf, starke und maßlose Weintrinkerinnen zu sein.

Noch heute lebt in der toskanischen Küche das Vermächtnis der Etrusker. So ist die Zweikornsuppe ist bis auf den heutigen Tag sehr verbreitet und hoch geschätzt.

Bei den Römern genossen die Etrusker den Ruf großer, den Tafelfreuden ergebener Trinker. Sie nannten sie „Tusci“, und nun wissen wir auch, woher der Name „Toskana“ stammt. Unter dem Geschlecht der Tarquinier erlangten sie die Vorherrschaft über das noch junge Rom und sollten sie bis gegen Ende des 6. Jh. behalten. Der Einfluss der Tusci auf das noch rohe römische Bauernvolk muss gewaltig gewesen sein, selbst so typisch Römisches wie Toga, Gladiatorenspiele oder der Triumphzug siegreicher Feldherren sollen ihren Ursprung bei den Etruskern haben.

Die Grenzen ihrer Expansion erreichten sie erst, als sie mit Capua und Pompeji auch Kampanien und mit Bologna die Poebene kontrollierten.

Im späten 6. Jh. v. Chr. begannen die Griechen und Syrakuser, die Etrusker von den mediterranen Handelsmärkten zu verdrängen. Griechische Städte konnten ihre Position in Süditalien konsolidieren, Rom dehnte seinen Einfluss in Mittelitalien aus. Von Norden her drängten die keltischen Gallier nach Italien. 510 v. Chr. wurden die verhassten tarquinischen Könige aus Rom vertrieben, für das damit die Zeit der Republik begann. 474 v. Chr. war es mit der Seemachtsherrlichkeit der Etrusker endgültig vorbei, als sie dem in Sizilien ansässigen Hieron von Syrakus unterlagen und von nun an Plünderungen der Küste und die Besetzung Elbas durch die syrakusanische Flotte hinnehmen mussten.

Der gefährlichste Feind aber war Rom, das seine Herrschaft immer weiter nach Norden in das etruskische Kernland ausdehnte. Die Etrusker verbanden sich mit den aus Karthago kommenden Puniern und hatten so auch an deren militärischen Niederlagen teil, bis die Römer den Etruskern im Jahre 303 v. Chr. die entscheidende Niederlage bereiteten. Die Etrusker, die nicht fliehen konnten, wurden römische Untertanen.

Mit dem Untergang der etruskischen Herrschaft verschwanden auch ihre Kultur und Sprache, soweit sie nicht von den Römern übernommen wurden, ganz. - Ganz? Nein! Ein von unbeugsamen Etruskern besetztes Gebiet hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten!

Pompeius Drogus berichtet um das Jahr 0 herum, dass einige der ihres Landes beraubten Etrusker unter ihrem Führer Rhätus nach Norden flohen. Sie fassten Fuß in den Alpen und gründeten dort den Stamm der Rhäter. Hierüber berichten auch Plinius und der Geschichtsschreiber Livius aus Padua. Die Rhäter allerdings verrohten in ihrer neuen Umgebung laut Livius, sodass sie außer dem Klang ihrer Sprache nichts von ihrer Kultur erhielten. Und noch heute wird das Rätoromanisch von ihren Nachfahren in abgelegenen Dörfern Graubündens (Schweiz) gesprochen.

Wenn Sie die Heimat der Etrusker erforschen wollen, finden Sie eine reiche Auswahl von Feriendomizilen in der Toskana in unserem Online-Katalog.

Und für die Freunde der Küche klären wir jetzt noch die Sache mit dem Zweikorn. Das Zweikorn oder auch der Emmer (ital. farro), dessen wissenschaftlicher Name Tricutum dicoccum lautet, ist ein Gras aus der Familie der Gramineen mit Ähren, die jeweils zwei dreieckige, essbare Samen beinhalten. Auf dem Markt sind heute zwei Sorten von Zweikorn erhältlich: das echte Zweikorn und der Dinkel, der von einer dem Zweikorn sehr ähnlichen, aber nicht ganz so wertvollen Pflanze hervorgebracht wird. Zweikorn war das Grundnahrungsmittel der Assyrer, der Ägypter, der Etrusker, der Griechen und der Römer. Seit dem vorletzten Jahrhundert wurde es vergessen und lange Zeit absichtlich ignoriert, da es instinktiv mit dem Zustand der Armut assoziiert wurde. Im Augenblick wird das Zweikorn wieder immer mehr geschätzt im Zusammenhang mit einer Wiederentdeckung der traditionellen Küche. Eines der Erzeugergebiete von Zweikorn ist die Toskana, genauer gesagt das Gebiet der Garfagnana, wo es noch heute als die richtige Nahrung für ein langes Leben betrachtet wird. Sicher ist, dass es wertvolle und komplette Nährstoffe wie Vitamine und Antioxidantien enthält und dass es aufgrund eines hohen Prozentsatzes an Ballaststoffen auch ein optimales biologisches Entschlackungsmittel ist. Der Anbau des Zweikorns in der Garfagnana ist auch deshalb berühmt, da er ohne den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Pflanzenschutzmitteln erfolgt. Heute wird das Zweikorn in den besten Restaurants der Toskana angeboten. Die häufigste Verwendung dieses Nahrungsmittels in der Küche besteht in der Zweikornsuppe, für deren Zubereitung zwei verschiedene Methoden angewendet werden: die eine ist die etwas traditionellere, schmackhaftere, nahrhaftere (typisch für die Restaurants), die jedoch auch schwerer verdaulich ist; die andere folgt dem modernen Trend, insbesondere gekochte Fette auszuschalten und den Geschmack durch die Verwendung von Kräutern und Gewürzkräutern zu suchen. Die Verwendung des Zweikorns ist aber sehr abwechslungsreich. Man kann es z.B. kalt als Salat anbieten, man kann es schroten und zu Brätlingen verarbeiten. Die Palette ist breit und von Gebiet zu Gebiet verschieden, da sie an die lokalen Sitten und Gebräuche gebunden ist und auch an die kulinarische Tradition des Gebietes, in dem dieses uralte Getreide verwendet wird.

Von Almut Irmscher
© Sempre Italia GmbH

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